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Der Anhalter

Lustiges
(nach einer wahren Begebenheit)

Eines Tages war das Dienstfahrzeug eines sehr erfolgreichen Rallyeteams am Lebensabend angekommen. Darum wurde gleich ein neues ausfindig gemacht und nach kurzem Überlegen und Verhandeln gekauft. Es war die gleiche Marke, jedoch mit sehr vielen neuen Raffinessen. Höhere Leistung, wunderschöne Lackierung, bessere Sicherheitsausstattung und auch sehr stark verkürzte Schaltwege. Mit dieser extrem knackigen und gewöhnungsbedürftigen Schaltung muss man gut zu Recht kommen, bevor es zum ersten Mal zu einer Rallye geht. Das dachte sich der Fahrer natürlich auch und benutzte ab dem Tag der Zulassung das Auto um zur Arbeitsstelle zu kommen. Einige Tage waren nun vergangen. Nach einem kurzen "Klack, Klack" und einer kaum sichtbaren Bewegung des Schalthebels, ist nun der nächste Gang eingelegt. Perfekt! So soll es sein.

Auf der Fahrt nach Hause stand eines Tages ein Anhalter am Wegesrand. Junger Bursche, Bücherranzen auf den Rücken, Schüler, noch keinen Führerschein. "Naja, ich war ja auch mal ein Schüler." dachte sich unser freundlicher Wagenlenker, hielt an und ließ den Anhalter einsteigen. Mit skeptischem Blick öffnete dieser die Tür des Autos. So eine seltsame Kriegsbemalung, Schalensitze, Tripmaster… hatte er vorher noch nie gesehen. Nach einer kurzen Erklärung, wie man sich mit den Sabelt-Gurten festschnürt, fragte der Schüler neugierig: "Ist dieses Auto für Showzwecke so hergerichtet worden?" So eine Frage hören Rallyefahrer nicht gerne. Denn die Show steht bei Veranstaltungen zwar auch an oberster Stelle, aber niemals würde ein Motorsportler ein Auto so herrichten, um zum Angeben an der Eisdiele vorbei zu fahren oder die 20-jährigen Möchtegern-Racer an den Ampeln zu ärgern. Sollten diese nicht vom Geld ihres reichen Papis einen M3 oder Porsche geschenkt bekommen haben, hätten sie gegen einen Akrobaten am Lenkrad sowieso nichts zu lachen. Wer das weiß, kann sich auch vorstellen, wie die Augen des besagten Rallyefahrers nach dieser Frage kurz aufgeblitzt haben. "Angeschnallt bist du, also halte dich fest! Dann kannst du dir selbst ein Bild davon machen, für welchen Zweck das Auto so aussieht." Die nächsten 10 Minuten hörte man einen Motor fürchterlich brüllen, roch man Gummi und Asphalt. Wenn man viel Glück hatte, sah man ein bunt bemaltes Vehikel mit atemberaubender Geschwindigkeit über die Nebenstraßen flitzen und quer um die Kurven glühen. Im Innenraum: 1 erfahrener Rallyefahrer und 1 Schüler mit weit geöffneten Mund.

"So, hier wären wir." Das Ende der Fahrt. Wie der Junge beim Aussteigen für das Auto geschwärmt hat können wir uns alle einigermaßen vorstellen. Für was so ein Fahrzeug wirklich gedacht ist, wissen wir Fans alle. Bei der nächsten Veranstaltung werden wir es wieder hautnah miterleben!

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