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Gerhard Traub

Gerhard Traub aus Seitersdorf. Er ist nicht nur ein pensionierter Rallyefahrer, sondern auch der mit Abstand beste Schrauber den wir kennen. Ein Multitalent, der in allem was er durchführt die absolute Präzision und Perfektion sucht.


links: Gerhard bei der Fürst von Wrede '07, rechts: ein Bild aus früheren Tagen

Sequenzielle Getriebe in Autos gibt es noch nicht lange. Vor über 20 Jahren hat Gerhard schon einen Eigenbau mit sequenziellem Getriebe und Motorradmotor gebaut. Mit Hans-Josef Zuckermeier als Beifahrer hatte er Einsätze in einem Peugeot 104. Für ganz kurze Zeit (nicht ganz 1 Rallye) wurde auch ein Simca von den beiden bewegt, der dann wegen eines Missverständnisses im Wald geparkt wurde. Zwischen dem Kauf, kompletten Aufbau und dem Pressen zu einem handlichen 1 m³ großen Metallklumpen auf dem Schrottplatz lag damals nur 1 Woche. Leider konnten wir zu diesem Thema nicht sehr viel mehr in Erfahrung bringen. Die sonst so gesprächigen Rallyefahrer werden bei solchen Themen immer ganz schnell still und schweigsam. Ab und zu war er noch bei einem Slalom mit seinem rotem VW Polo 1 dabei.
Das Benzin im Blut veranlasste ihm in seiner "Rallyerente" eine neue Herausforderung zu suchen: Mofarennen! Bei seinem 1. Rennen musste er Lehrgeld bezahlen. Der Benzinfilter löste sich auf und verstopfte den Vergaser. Einige Rennen später waren alle Kinderkrankheiten seines Motobecane Mofas beseitigt und Gerhard fuhr mit seinem Team beim Haundorfer Mofarennen als 1. übers Ziel.


oben: Bilder aus seiner aktiven Zeit im Peugeot 104

Neben seinen Mofa Entwicklungen, verbessert er für sein Haus eine Anlage zur günstigen und umweltfreundlichen Energieversorgung die aus Schrottteilen konstruiert ist. Bei den Rallyes in unser Gegend lässt er sich nur noch gelegentlich als Zuschauer blicken. Bei der
Fürst v. Wrede Rallye 2006 wurde nebenbei mal schnell ein Zylinderkopf eines Opel Kadett demontiert, die Ventile eingestellt und von einem BMW der Benzinfilter gereinigt. Diese beiden Fahrzeuge konnten Dank ihm wieder in den Rennbetrieb einsteigen. Sonst lässt sich der Hobbyimker nur noch selten von seinen Bienen weglocken. Für gute Bekannte (Suzuki Swift von Thomas Heider, Rainers Peugeot 205) macht er allerdings eine Ausnahme.


oben: Gerhard beim Mofarennen in Cadolzburg (rechts: 2005, links: 2007)

Sein absolutes Meisterstück: Bei einer Doppelveranstaltung wurden an Samstag und Sonntag 2 Mal Punkte vergeben. Es war die entscheidende Schlacht im Kampf um den Meisterschaftstitel. Thomas Heider/Hans-Josef Zuckermeier im Suzuki kämpften gegen Rainer Thiel/Olaf Fischer (Fiat Panda 4x4). Am Samstag riss die zu schwach konstruierte Getriebewelle des Suzukis. Rainer Thiel fiel ebenso aus. Zornig wurde der italienische Allradler auf den Hänger geladen und abtransportiert. Ratlosigkeit bei Heider/Zuckermeier im Fahrerlager. Falls Thiel am nächsten Tag startet und Punkte erhält, ist die Meisterschaft verloren. Was nun? Wer einen Freund wie Gerhard hat, muss bei solchen Problemen nie lange nachdenken. Leidenschaftliche Mechaniker wie er, schlafen im Blaumann mit Schraubenschlüsseln, trinken den Morgentee aus dem Ölkännchen und benutzen Benzin als After Shave. Es wurde von Gerhard eine Nachtschicht bis 4 Uhr eingelegt. Das Getriebe zerlegt, repariert und wieder eingebaut. Am nächsten Tag um 7 Uhr konnten Heider/Zuckermeier den Autoanhänger mit der frisch reparierten Suzi nehmen und wieder zur Veranstaltung fahren. Rainer Thiel war zwar nicht mehr anwesend, die Meisterschaft wurde aber eindrucksvoll im Suzuki gewonnen. Als Dank wurde der Aufkleber auf die Heckscheibe angebracht: "best mechanic G. Traub" (s. unten).

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